Segelflugschule & Pilotenschein

Segelfliegen “ das Abenteuer der Stille“ hat einen langen Lernprozess

Jochen von Kalckreuth bezeichnete es einst als „das Abenteuer der Stille“ das Segelfliegen.

Das Gleiten in den Lüften will aber auch gut gelernt sein. Ein langjähriger Lernprozess ist nötig, um endlich in den Genuss der Vogelfreiheit zu gelangen. Segelfliegen erlernt man wahlweise in den öffentlichen genehmigten Segelflugschulen oder aber auch in einem Verein. Viele Segelflugfreunde sind schon von Kindesbeinen an mit Leib und Seele begeistert von den lautlosen Fliegern.

Mit der Ausbildung zum Segelflieger kann schon ab dem 14. Lebensjahr begonnen werden. Mit Sondergenehmigungen ist es sogar schon möglich mit 13 Jahren die Segelflugausbildung zu beginnen. Die offizielle Erteilung des Segelflugscheins erfolgt allerdings erst mit Vollendung des 16. Lebensjahres. Ab dann darf ein Segelflieger alleine das Gleitflugzeug führen. Die Ausbildung mit mindestens mehreren Monaten dauern, bis hin zu maximal vier Jahren.

Nach erfolgreicher Ausbildung wird der Flugschüler zur Prüfung zugelassen. Die Ausbildung bis hin zur Prüfung gliedert sich in drei oder besser vier Teile. Teil 1 ist der A-Teil. Wenn dieser absolviert ist, darf der Flugschüler alleine ein Segelflugzeug fliegen.

Bis zum erfolgreichen Abschluss des ersten Teils, erfolgt die Ausbildung selbstverständlich in einem doppelsitzigen Segelflugzeug, wo der Fluglehrer ein ständiger Begleiter ist. Hier erlernt der fluginteressierte Schüler die Grundkenntnisse des Segelfliegens wie das Starten, Landen, Kurven fliegen usw.

Nachdem der erste Teil erfolgreich abgeschlossen wurde, erhält der Schüler einen Ausbildungsnachweis, was ihm gestattet für die Abschnitte B/C und D zugelassen zu werden. Bei dem zweiten Abschnitt, dem B-Abschnitt, wird der Flugschüler so weit trainiert, dass er auch bestimmte Aufgaben alleine erfüllen kann.

Hier ist kein Fluglehrer mehr mit an Bord. Selbstverständlich bekommt der Flugschüler auch hier wieder einen Ausbildungsnachweis, was dazu berechtigt, dass der Schüler die Ausbildung in Abschnitt C absolvieren kann. Hier erlernt er Thermikflüge mit und ohne Fluglehrer. Der dritte Abschnitt ist in der Regel komplett mit dem thermischen Segelfliegen beschäftigt.

Hat nun ein Schüler alle drei Ausbildungsnachweise erhalten, kann er zur Prüfung zugelassen werden. Diese teilt sich auch wieder in zwei Teile, Theorie und Praxis. In der theoretischen Prüfung sind Themengebiete wie Meteorologie, Navigation, Luftrecht, aber auch das Verhalten in bestimmten Notfällen und Situationen gefragt. Die praktische Prüfung beinhaltet entweder einen 50-Km-Alleinflug oder einen 100-Km-Streckenflug mit dem Fluglehrer.

Die Kosten für die Ausbildung zum Segelflugpiloten ist natürlich, wenn man in einem Segelflugverein ist, ehrenamtlich. Dadurch, dass das Mitglied monatliche Vereinsbeiträge von bis zu 75 Euro bezahlt, sind die Kosten für die relativ günstige Ausbildung dadurch sicher abgedeckt. Zwar müssen die Kosten für die Ausbildungsnachweise und das Flugzertifikat sowie sämtliche gesundheitliche Kosten selber übernommen werden, was allerdings nur noch einen Teil der Gesamtkosten ausmacht. Medizinische Gutachten gehören hier ebenso dazu, wie natürlich der Erwerb des Zeugnisses für Sprechfunk und die Prüfungsgebühren.

Der Schüler ist nach diesem Prozedere – welches er erfolgreich durchgeführt hat – im Besitz des Segelflugscheins nach JAR-FCL dem GPL. GPL ist die Abkürzung für Glider Pilot Licence = Gleitpilotlizenz.